Berlin, 15. April 2019. Rund 10.800 Besucher, 570 Aussteller und 350 Speaker – in Berlin ging die DMEA, Europas größte Digital-Health-Veranstaltung, in der vergangenen Woche erfolgreich zu Ende. Die ehemalige conhIT hatte sich mit erweitertem Themenportfolio, einer breiteren Zielgruppe und neuen interaktiven Formaten als Plattform der digitalen Gesundheitsversorgung neu aufgestellt. Politischer Schwerpunkt am 3. Messetag: Die auch im Livestream übertragene 90-minütige Session „1. Jahr der Medizininformatik-Initiative: Ergebnisse und Perspektiven“ auf der großen DMEA-Stage A in Messehalle 1.2.  

Staatssekretär Christian Luft, Bundesministerium für Bildung und Forschung
Staatssekretär Christian Luft, Bundesministerium für Bildung und Forschung. Quelle: Messe Berlin.

Christian Luft, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung betonte in seinem Grußwort, dass das Potential der Digitalisierung im Gesundheitswesen nicht mit IT-Technik allein gehoben werden könne: „Forschung und Versorgung müssen künftig enger zusammen arbeiten. Wir brauchen ein gelebtes Data-Sharing zwischen allen Beteiligten des Gesundheitswesens.“ Ein zentraler Erfolgsfaktor sei die forschungskompatible elektronische Patientenakte. Mit ihr könnten die Daten zwischen den Behandelnden geteilt werden. Zugleich könnten sie mit Zustimmung des Patienten für wissenschaftliche Analysen zur Verfügung stehen. „Viel zu viele Informationen zu Krankheitsverläufen, Erfolgen und Misserfolgen unterschiedlicher Therapien schlummern heute noch ungenutzt auf Papier, in inkompatiblen Computerprogrammen oder in den Köpfen weniger Expertinnen und Experten", erklärte Luft.

Die Zusammenarbeit der Beteiligten in der Medizininformatik-Initiative sei vorbildhaft für eine solche Kultur der gemeinsamen Datennutzung. Der Initiative sei es in bemerkenswert kurzer Zeit gelungen, in ihrem Nationalen Steuerungsgremium Einigungen zum einem breiten Spektrum an Themen zu erreichen, die bislang in jeder Klinik und in jedem Forschungsinstitut anders gehandhabt wurden: „Die Medizininformatik-Initiative ist Impulsgeberin in vielen Bereichen der Digitalisierung des Gesundheitsbereiches: für eine elektronische Patientenakte, die den Ansprüchen von Forschung und Versorgung gerecht wird genauso wie für die Verwendung gemeinsamer internationaler Standards", so Luft. Wegen des großen Erfolgs der Initiative habe das BMBF nunmehr zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt und sei bereit, noch mehr zu investieren, um weitere Vernetzungen zu ermöglichen.

v. l. n. r.: Martin Peuker, Chief Information Officer, Charité – Universitätsmedizin Berlin; Berliner Institut für Gesundheitsforschung (HiGHmed); Dr. Danny Ammon, Leiter des Datenintegrationszentrums, Universitätsklinikum Jena (SMITH); Prof. Dr. Martin Sedlmayr, Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Institut für Medizinische Informatik und Biometrie (MIRACUM); Staatssekretär Christian Luft, Bundesministerium für Bildung und Forschung; Sebastian Claudius Semler, Wissenschaftlicher Geschäftsführer, TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V.; PD Dr. Fabian Prasser, Technischer Koordinator DIFUTURE, Technische Universität München (DIFUTURE); Dr. Ben Illigens, Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD)

Im Anschluss stellten die vier geförderten Konsortien DIFUTURE, HiGHmed, MIRACUM und SMITH sowie die Koordinationsstelle der MII erste Ergebnisse des Projekts vor und gaben einen Ausblick auf die nächsten Schritte.

Vortragsfolien:

"Medizininformatik-Initiative: Berichte aus den Konsortien"

Großes Interesse zeigten die Messebesucherinnen und -besucher an dem zusätzlich angebotenen Insights-Format „Medizininformatik-Initiative: Berichte aus den Konsortien“, bei dem drei der vier geförderten Konsortien im Arbeitsgespräch die fachlichen Inhalte vertieften sowie Ziele und Fortschritte ihrer Use Cases vorstellten.

Vortragsfolien:

Ergebnisse der Konsortien der Medizininformatik-Initiative: HiGHmed 

 

Ergebnisse der Konsortien der Medizininformatik-Initiative: SMITH 

 

Ergebnisse der Konsortien der Medizininformatik-Initiative: MIRACUM