Herausforderung:

Die universitätsmedizinischen Standorte der Medizininformatik-Initiative (MII) halten ihre Daten dezentral und behalten mithilfe ihrer lokalen Use & Access Committees (UAC) auch die Hoheit darüber zu entscheiden, an welchen Forschungsprojekten sie sich mit ihren Daten beteiligen. Damit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht alle Standorte einzeln ansprechen müssen, um Daten für ein neues Forschungsprojekt zu beantragen, wird eine zentrale Stelle benötigt, bei der Projektanträge gestellt und verarbeitet werden können. Diese Stelle soll Projektanträge entgegennehmen, Projekte verwalten und Forschenden eine aktuelle Übersicht über den Status ihrer Projekte bieten. Die Stelle soll außerdem Transparenz für Patientinnen und Patienten sowie die interessierte Öffentlichkeit schaffen, indem sie als Register laufend eine Liste aller Forschungsprojekte veröffentlicht, die basierend auf dem Broad Consent der MII bewilligt worden sind.

Erreichter Erfolg:

Deutsches Forschungsdatenportal für Gesundheit

Damit diese zentrale Stelle, das sogenannte Deutsche Forschungsdatenportal für Gesundheit (FDPG), in die Infrastruktur der MII integriert werden kann, wurden Prozesse und Schnittstellen vorbereitet.

Die technische Umsetzung des Forschungsdatenportals wurde von einem Unternehmen durchgeführt. Dabei wurde eng mit dem MII-Projekt ABIDE_MI zusammengearbeitet. In diesem Projekt wurde  eine Onlinefunktion entwickelt, die es Forschenden ermöglicht, vollautomatische Anfragen nach verfügbaren Daten über das Deutsche Forschungsdatenportal für Gesundheit an die MII zu richten (sogenannte Machbarkeitsanfragen). Ziel dieser Anfragen ist es, dass Forschende Projektanträge vorbereiten können.

Das FDPG bietet Forschenden die Möglichkeit, die Daten und Bioproben der MII-Standorte zentral zu beantragen. Angefragt werden können Daten auf Basis des MII-Kerndatensatzes. Dieser umfasst ein großes Spektrum an Datensätzen unabhängig von der Indikation. Während der Testphase bis Ende 2022
dürfen ausschließlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Standorte der MII Machbarkeitsanfragen und Datennutzungsanträge stellen. Ab 2023 dürfen weitere Forschende Zugang zu Patientendaten und Bioproben für medizinische Forschungszwecke beantragen und Machbarkeitsanfragen stellen. Bei Antragstellung ist ein positives Ethikvotum der Institution des Forschenden für das Forschungsprojekt
erforderlich.

Das FDPG ist seit September 2022 online erreichbar unter:  forschen-fuer-gesundheit.de

Bei den Arbeiten wurden Anforderungen zukünftiger Nutzergruppen, also der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie der Patientinnen und Patienten, aber auch der MII-Standorte, die die Daten liefern, berücksichtigt.

Für die technische und organisatorische Umsetzung des Deutschen Forschungsdatenportals für Gesundheit, vormals ZARS, hat die AG Data Sharing der MII 2019 ein Grobkonzept entworfen, das innerhalb der Initiative abgestimmt und im NSG beschlossen wurde.

Aktuelles Dokument:

Download: Grobkonzept ZARS
Version 0.6 (18.01.2019) [PDF | 256 kb]

Weitere Informationen:


Download: Flyer für Forschende zum Forschungsdatenportal für Gesundheit
       (Stand: September 2022) [PDF]