Die Medizininformatik-Initiative (MII) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) präsentiert am 9. Oktober (16:30-17:30 Uhr) bei der virtuellen SNOMED CT Konferenz unter dem Titel "Medical Informatics Initiative in Germany - Impulse for data sharing and standardization" erste Erfahrungen mit der Einführung und Anwendung der Terminologie in Deutschland.
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Mithilfe von SNOMED CT können unterschiedliche medizinische Fachbegriffe in einen international einheitlichen Zahlencode übersetzt werden. So werden klinische Daten vergleichbar und können für die Forschung verwendet werden. Das schafft die Voraussetzung dafür, Krankheiten zukünftig wirkungsvoller zu behandeln, schneller zu erkennen und ihnen besser vorzubeugen. 

Seit Mitte März ist der internationale Terminologiestandard in Deutschland verfügbar. Als National Release Center verwaltet die TMF - Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung die Pilotlizenz, die zunächst auf Teilnehmende und Kooperationspartner der MII beschränkt ist. Die Lizenzgebühren trägt das BMBF.

Sebastian C. Semler, TMF-Geschäftsführer und Leiter der MII-Koordinationsstelle, wird in seiner Präsentation näher auf die Besonderheiten bei der Einführung von SNOMED CT sowie auf die Lizenzvergabe durch das National Release Center in Deutschland eingehen. Die Pilotlizenz im Rahmen der MII wird fließend in eine Nationallizenz übergehen, die das Bundesministerium für Gesundheit ab 2021 vorsieht. Die Relevanz von SNOMED CT für die medizinische Forschung auf dem Weg zur Interoperabilität wird Professor Thomas Ganslandt (Universitätsmedizin Mannheim) vorstellen, indem er auf den bundesweit einheitlichen Kerndatensatz und das Data Sharing der MII eingehen wird. Des Weiteren wird Professor Ulrich Sax (Universitätsmedizin Göttingen) exemplarische Anwendungsbeispiele für die Nutzung von SNOMED CT darstellen und über erste praktische Erfahrungen mit der standardisierten Sprache aus der Universitätsmedizin berichten.

Die SNOMED CT Expo vereint Expertinnen und Experten für die klinische Terminologie weltweit - sowohl aus den Bereichen Verwaltung, IT im Gesundheitswesen und Forschung als auch aus der klinischen Praxis bis hin zu Anbietern von SNOMED CT-integrierten Produkten. Bei der Veranstaltung können Referentinnen und Referenten ihre SNOMED CT-Erfahrungen per Video austauschen und über Live-Q&A-Sessions mit dem Publikum interagieren. Außerdem bietet die Konferenz eine Plattform zur Vernetzung mit Branchenorganisationen. Daneben werden auch Tutorials und Workshops zu SNOMED CT angeboten.

Die Teilnahme an der zweitägigen Veranstaltung (8. und 9. Oktober 2020) ist kostenlos.

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