Atempausen, sogenannte Apnoen, treten während des Schlafs meist durch eine Verengung der oberen Atemwege im Halsbereich auf. Auch wenn die Betroffenen davon oft nichts mitbekommen, so führen die - unbewussten - Weckreaktionen, mit denen die Atmung wieder in Gang gesetzt wird, dazu, dass der Schlaf weniger erholsam ist. Treten solche Apnoen mehr als fünfmal in der Stunde auf, so spricht man von einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Typische Folgen sind Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche, aber auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen. Deutschland ist mit ca. 26 Mio. Betroffenen unter den Top 10 der Länder mit den meisten OSA-Patientinnen und -Patienten. Angesichts dieser gesundheitlichen Herausforderung ist eine effiziente und zielgerichtete Behandlung von OSA notwendig. In Somnolink wollen Schlafmedizinerinnen und -mediziner sowie Medizininformatikerinnen und -informatiker zusammen mit den Betroffenen durch eine bessere Verfügbarkeit der Gesundheitsdaten und KI-basierte Analysen die Diagnose, Behandlung und Therapietreue bei OSA verbessern.
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Zunächst soll die Früherkennung verbessert werden, insbesondere bei Frauen, da diese oft unter unspezifischen Symptomen leiden und OSA daher oft unerkannt bleibt. Somnolink wird hierzu eine systematische Analyse der Daten zu Begleiterkrankungen und klinischen Beobachtungen während Krankenhausaufenthalten durchführen. Zusätzlich werden Daten aus Fragebögen und Messungen aus Schlaflaboren benutzt, um einen gemeinsamen Datensatz zu entwickeln.

Durch neue Entscheidungsunterstützungssysteme mithilfe von künstlicher Intelligenz soll ein besseres Verständnis für die individuellen Ursachen der OSA, die damit verbundenen Gesundheitsrisiken und die am besten geeignete Therapie erreicht werden.

Auch die derzeit häufig auftretenden Therapieabbrüche können so verhindert werden, da das Risiko eines Abbruchs frühzeitig erkannt und personalisierte Therapien angeboten werden.

Schließlich plant Somnolink die Etablierung eines Beratungsgremiums. Dieses ist zusammengesetzt aus Patientinnen und Patienten, Angehörigen und anderen Betroffenen und soll über Forschungsfragen und Studienplanung mitentscheiden können und damit zur partizipativen Gesundheitsforschung und -versorgung beitragen.

Eine Besonderheit der Schlafmedizin ist die routinemäßige nächtliche Messung zahlreicher physiologischer Parameter. Die simultanen mehrstündigen Aufzeichnungen von zum Beispiel Herzfrequenz, Sauerstoffsättigung und Atemfrequenz, teilweise auch zusammen mit Augenbewegungen sowie Muskel- und Hirnaktivität, bieten einen weitreichenden Einblick in die physiologischen Prozesse während des Schlafes. Diese Daten sollen langfristig für die Forschung verfügbar gemacht werden.

 

Patientinnen- und Patientenpfad
Hauptakteurinnen, -akteure und -datenquellen in der OSA-Diagnose und -Therapie. © Somnolink-Studygroup

Partner:

  • Universitätsmedizin Göttingen

  • Georg-August-Universität Göttingen

  • Gesellschaft für Wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen

  • Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende

  • Universitätsmedizin Essen

  • Universitätsklinikum Regensburg

  • Universitätsmedizin Mannheim

  • Charité - Universitätsmedizin Berlin

  • Universitätsmedizin Dresden

Somnolink-Standorte
Die Standorte der Partner im Projekt Somnolink. © Somnolink-Studygroup

Leitungsteam:

Prof. Dr. Dagmar Krefting

Projektkoordination
Universitätsmedizin Göttingen
Institut für Medizinische Informatik
Von-Siebold-Straße 3
37075 Göttingen

Telefon: +49 551 3961500
E-Mail: dagmar.krefting@med.uni-goettingen.de

Prof. Dr. Dagmar Krefting © Universitätsmedizin Göttingen
Prof. Dr. Dagmar Krefting

 

Prof. Dr. Christoph Schöbel

stellv. Projektkoordination
Universitätsmedizin Essen
Westdeutsches Lungenzentrum
Tüschener Weg 40
45239 Essen

Telefon: +49 201 4334638
E-Mail: christoph.schoebel@rlk.uk-essen.de

Prof. Dr. Christoph Schöbel © Universitätsmedizin Essen/Ruhrlandklinik
Prof. Dr. Christoph Schöbel