Telemedizin, Künstliche Intelligenz, Wearables und eine Smartphone-App – DECIDE nutzt vielfältige digitale Werkzeuge, um auch in Versorgungsbereichen abseits einer Universitätsklinik eine leitliniengerechte Versorgung auf höchstem Niveau zu ermöglichen. Das Angebot wird unterstützt mit spezialisierten diagnostischen und sport-therapeutischen Angeboten der Hochschulmedizin. Im Fokus sind die Bereiche Onkologie, Psychiatrie und Sportmedizin. Zudem können die gewonnenen Daten über die gesicherten Möglichkeiten eines Datenintegrationszentrums (DIZ) für weitere Forschung genutzt werden. DECIDE ist einer von insgesamt sieben Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit der Medizininformatik-Initiative.
Über das Projekt
Der Projektname „DECIDE“ steht für „Decentralized digital Environment for Consultation, data Integration, Decision-making and patient Empowerment“. DECIDE wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR, ehemals BMBF) in einer ersten Phase von 2021 bis 2025 gefördert und wird in seiner zweiten Phase ab dem 01.01.2026 für weitere vier Jahre gefördert.
DECIDE zielt darauf ab, digitale Werkzeuge zu entwickeln, die dabei helfen, sektorenübergreifende klinische Daten von Patientinnen und Patienten für die Therapieentscheidung und den -verlauf, aber auch für Forschungsvorhaben zu sammeln. Dabei werden zum einen neue longitudinale Datenquellen erschlossen und mit Daten zu Behandlungsabläufen, die im DIZ vorliegen, integriert. Zum anderen bieten die Werkzeuge einen Zusatznutzen für Patientinnen und Patienten sowie für die stationären und ambulanten Leistungserbringer, indem diese dazu motiviert werden, sie in ihrer täglichen Praxis zu nutzen. Sie sollen besonders in der ambulanten Routineversorgung in strukturschwachen und unterversorgten Regionen eingesetzt werden.
Projektziele im Überblick
DECIDE hat es sich zur Aufgabe gemacht, folgende zentrale Angebote zu entwickeln:
- klinische Falldarstellungen, die sektorenübergreifend den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zugänglich sind;
- eine Unterstützung durch künstliche Intelligenz bei der Entscheidung für eine Therapie, ihrer Planung und einer möglichen Anpassung im weiteren Verlauf;
- eine Smartphone-App für Patientinnen und Patienten, besonders aus den Bereichen Psychiatrie und Onkologie, die detaillierte Informationen bereitstellt, den Austausch fördert, Feedback zur Behandlung ermöglicht und allgemein die Patientenbeteiligung stärkt;
- ein Sporttherapieprogramm, das Patientinnen und Patienten über ein sensorbasiertes Wearable und die Smartphone-App nutzen können, wobei die erfassten Daten an die behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten übertragen werden, sodass die Behandlung telemedizinisch und aus der Ferne begleitet werden kann.
Kooperationspartner
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, darunter
- Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) (Verbundkoordination)
- Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
- Universitäres Centrum für Tumorerkrankungen Mainz (UCT Mainz)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Institut für Sportwissenschaften, Abteilung Sportmedizin, Prävention & Rehabilitation
Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM
- Abteilung Optimierung in den Life Sciences im Bereich Optimierung der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.
IDG Institut für digitale Gesundheitsdaten Rheinland-Pfalz (RLP) gGmbH
Kontakt
Verbundkoordination und Projektleitung
Dr. Torsten Panholzer
Leiter der Abteilung Medizinische Informatik
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI)
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel.: 06131 17-8208 oder 06131 39 38778
E-Mail: panholzer@uni-mainz.de
Weitere Informationen
Video: DECIDE – telemedizinische Bewegungstherapie – Digitaler Ort 2023
Kontext: Die Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit
DECIDE ist einer von mehreren Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit der Medizininformatik-Initiative (MII), welche das Ziel haben, modellhafte Lösungen für den Transfer digitaler Innovationen in die regionale Versorgung zu entwickeln und in der Praxis zu optimieren. Die DigiHubs werden, genau wie die MII, vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
Weitere Digitale FortschrittsHubs: