Im Projekt DISTANCE wurden die Forschungsdatenstrukturen der Medizininformatik-Initiative (MII) auf medizinische Einrichtungen der regionalen Versorgung ausgedehnt, um die Behandlungsqualität langfristig zu verbessern. Das Folgeprojekt DISTANCE:PRO knüpft an diesen Erfolgen an. Das Ziel ist es, ein bundesweites, sektorenübergreifendes digitales Ökosystem aufzubauen, das Forschung und Versorgung enger miteinander verzahnt. DISTANCE:PRO ist einer von insgesamt sieben Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit der MII.
Über das Projekt
Im Vorgängerprojekt DISTANCE bildete der Digital Hub das Herzstück für den interoperablen Datenaustausch zwischen Universitätskliniken, Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung sowie niedergelassenen Praxen. Die Daten aus der Versorgung wurden hier zentral gesammelt, anonymisiert und standortübergreifend nutzbar gemacht. Acht regionale Einrichtungen wurden über lokal betriebene Hub Connect Boxen angebunden.
In DISTANCE:PRO soll diese Infrastruktur zu externen Datenintegrationszentren (XTDIZ) ausgebaut werden, ähnlich den Datenintegrationszentren an universitätsmedizinischen Standorten der MII. Damit können regionale Versorgungsdaten datenschutzgerecht gebündelt, harmonisiert und für digitale Anwendungen, KI-Modelle und Forschung eingesetzt werden. Ergänzend werden Telemedizin und Wearables integriert, um eine kontinuierliche, digitale Betreuung zu ermöglichen.
Um den Datenfluss zu testen, wird eine zertifizierte App entwickelt und in einer klinischen Studie geprüft. Während die PICOS-App in DISTANCE bisher ehemalige Intensivpatient:innen in der Nachsorge begleitete, richtet sich die neue App an onkologische Patient:innen, die postoperativ intensivpflichtig werden.
Diese App ermöglicht eine kontinuierliche Erfassung von Gesundheitsdaten, indem Patient:innen während ihres gesamten Krankenhausaufenthaltes regelmäßig ihr körperliches und mentales Befinden dokumentieren. Auf diese Weise erhalten sie einen strukturierten und transparenten Überblick über ihren Gesundheitszustand.
Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität der Patient:innen sowie die longitudinale Abbildung von Krankheitsverläufen, um kritische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und therapeutische Maßnahmen gezielt zu optimieren. Die digitale Begleitung endet dabei nicht mit der Entlassung: Auch über die Rehabilitation hinaus unterstützt die App Patient:innen bei der Dokumentation ihres Gesundheitszustands und trägt so zu einer nachhaltigen Stabilisierung und Weiterentwicklung der Therapie bei.
Gemeinsam mit den weiteren Digitalen FortschrittsHubs der Medizininformatik-Initiative soll so perspektivisch der gesamte Behandlungspfad von der Prävention über die Akutversorgung und Rehabilitation bis hin zur langfristigen Nachsorge digital integriert und vernetzt abgebildet werden.
Projektziele im Überblick
- Aufbau von externen Datenintegrationszentren als skalierbare, standortübergreifende und interoperable Infrastrukturen für den Datenaustausch zwischen regionalen Gesundheitseinrichtungen und der Forschung
- Entwicklung einer App zur Verbesserung der Lebensqualität onko-chirurgischer Patient:innen, orientiert an den Bedürfnissen der Patient:innen sowie regionalen Versorgungseinrichtungen
- Unterstützung der Selbstfürsorge durch digitale Erfassung des körperlichen und psychischen Zustands von Patient:innen
Kooperationspartner
- Universitätsklinikum Aachen AöR
- Universitätsklinikum Jena KöR
- Universität Leipzig
- Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.
- St. Franziskus-Stiftung Münster
- Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
- Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V.
- Deutsche Sepsis-Hilfe e. V.
Kontakt
Projektleitung
Prof. Dr. Gernot Marx, FRCA
Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care
Universitätsklinikum RWTH Aachen
Administratives Projektmanagement
Andreas Bleilevens
Innovationszentrum Digitale Medizin und
Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care
Universitätsklinikum RWTH Aachen
E-Mail: ableilevens@ukaachen.de
Administratives Projektmanagement
Janina Kind
LIFE Management Cluster
Universität Leipzig, Medizinische Fakultät
E-Mail: janina.kind@uni-leipzig.de
Weitere Informationen
Poster mit den Ergebnissen aus DISTANCE
Kontext: Die Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit
DISTANCE:PRO ist einer von mehreren Digitalen FortschrittsHubs Gesundheit der Medizininformatik-Initiative (MII), welche das Ziel haben, modellhafte Lösungen für den Transfer digitaler Innovationen in die regionale Versorgung zu entwickeln und in der Praxis zu optimieren. Die DigiHubs werden, genau wie die MII, vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert.
Weitere Digitale FortschrittsHubs: