Die Entwicklung der Medizininformatik-Initiative gliedert sich in verschiedene Phasen, die für den Zeitraum zwischen 2016 und 2025 geplant sind.
Zeitstrahl Förderkonzept Medizininformatik

Um eine Reihe erfolgskritischer Fragen zu lösen, bevor mit dem Aufbau von Datenintegrationszentren und der Entwicklung von IT-Lösungen begonnen werden kann, fördert das BMBF zunächst eine neunmonatige Konzeptphase. Die überzeugendsten Konzepte sollen in einer vierjährigen Aufbau- und Vernetzungsphase realisiert werden. 

Falls diese Phase die erhofften Ergebnisse erbringt, können erfolgreich demonstrierte Lösungen in einer Anschließenden Ausbau- und Erweiterungsphase in die breite Anwendung gebracht und auf weitere Standorte übertragen werden. Parallel hierzu sind weitere Fördermodule geplant. Das Nationale Steuerungsgremium begleitet den Verlauf der Initiative.

Konzeptphase (2016-2017)

In der neunmonatigen Konzeptphase wurden von 2016 bis 2017 insgesamt sieben Konsortien gefördert, zu denen sich jeweils mehrere Universitätskliniken sowie weitere Partner aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, nicht-universitären Kliniken oder Industrie zusammengeschlossen haben. 

Die Konsortien haben in dieser Phase unter anderem Konzepte für die gemeinsame Datennutzung und den gemeinsamen Datenaustausch erstellt, konkrete Anwendungen für den Datenaustausch („Use Cases“) ausgearbeitet und ein Konzept für das in der nächsten Phase aufzubauende Datenintegrationszentrum entwickelt. 

Alle Konsortien beteiligten sich außerdem intensiv an der übergreifenden Zusammenarbeit und Abstimmung im Nationalen Steuerungsgremium und in verschiedenen Arbeitsgruppen.

Aufbau- und Vernetzungsphase (2017-2021)

In der nachfolgenden vierjährigen Aufbau- und Vernetzungsphase erhalten nun vier Konsortien Fördermittel, um ihr Konzept umzusetzen. 

An jedem beteiligten Universitätsklinikum sowie ggf. auch bei weiteren beteiligten Partnern wird ein Datenintegrationszentrum aufgebaut, und es werden IT-Lösungen für die Use Cases entwickelt. 

Gegen Ende der Förderphase werden die Konsortien einem extern durchgeführten Audit unterzogen, indem sie nachweisen sollen, dass die aufgebauten Lösungen einen messbaren Mehrwert für Forschung und Versorgung bieten und dass der Konsortien-übergreifende Datenaustausch möglich ist. 

Es ist vorgesehen, dass die Konsortien in dieser Zeit weitere Universitätskliniken als Vernetzungspartner hinzugewinnen, um eine spätere Verbreitung erfolgreicher Lösungen vorzubereiten.

Die Arbeit der Konsortien soll auch die Medizininformatik in Deutschland stärken. Um einen Anreiz zur Schaffung neuer Professuren zu schaffen, wird das BMBF Nachwuchsgruppen an den Hochschulen fördern, die entsprechende Professuren einrichten.

Die übergreifende Zusammenarbeit im Nationalen Steuerungsgremium und verschiedenen thematischen Arbeitsgruppen wird fortgesetzt. Damit soll die Interoperabilität der IT-Systeme und eine einheitliche Ausgestaltung und Qualität der Datensicherheits-, Datenschutz- und Qualitätsstandards  gewährleistet werden.

In der Aufbau- und Vernetzungsphase sollen außerdem schrittweise weitere Fördermodule starten. Vorgesehen sind insbesondere Vernetzungsprojekte zwischen den Konsortien und mit neuen Partnern, um die Entwicklung von Insellösungen zu vermeiden. Auch internationale Kooperationsprojekte sind vorstellbar, um die internationale Anschluss- und Passfähigkeit sicherzustellen. Durch Begleitforschung soll die technische Entwicklung im In- und Ausland verfolgt werden.

Ausbau- und Erweiterungsphase (2022-2025)

Falls in der Aufbau- und Vernetzungsphase die erhofften Ergebnisse erzielt werden, kann in einer weiteren Förderphase darauf aufgebaut werden. Erfolgreich demonstrierte Lösungen sollen auf weitere Universitätskliniken sowie eventuell auch weitere Kliniken oder Forschungseinrichtungen übertragen werden. Damit Forscherinnen und Forscher, Ärztinnen und Ärzte sowie letztlich die Patientinnen und Patienten möglichst flächendeckend von den Fortschritten profitieren, ist in dieser Phase die Einbeziehung weiterer Akteure in den Datenaustausch sinnvoll. Das können beispielsweise Einrichtungen in der ambulanten Versorgung oder private Kliniken sein.