Konsortium MIRACUM: Medizininformatik in Forschung und Versorgung in der Universitätsmedizin
Logo des Konsortiums MIRACUM

MIRACUM vereint 8 Universitätsklinika, 2 Hochschulen und einen Industriepartner aus fünf deutschen Bundesländern. Ziel ist es, klinische Daten, Bilddaten und Daten aus molekularen/genomischen Untersuchungen sowohl standortbezogen als auch standortübergreifend über modular aufgebaute, skalierbare und föderierte Datenintegrationszentren für innovative Forschungsprojekte nutzbar zu machen. Neben der, mit solchen Datenintegrationszentren grundsätzlichen, Möglichkeit der Durchführung von Machbarkeitsstudien, Beobachtungsstudien und der Untersuchung von „Real World Pathways“ in großem Maßstab, wird MIRACUM die Rekrutierung von Patienten für klinische Studien, die Entwicklung von Prädiktionsmodellen und die Präzisionsmedizin unterstützen. Um die Biomedizinische Informatik und Medical Data Science zu stärken, wurden an den MIRACUM Standorten bereits neun neue Professuren ausgeschrieben und fünf weitere werden folgen. Zudem soll ein gemeinsames, standortübergreifendes Masterstudium zu „Biomedical Informatics und Medical Data Science“ aufgebaut werden.

Das Konsortium MIRACUM wird in der Aufbau- und Vernetzungsphase, die im Januar 2018 startet, vom BMBF gefördert.

Aufbau- und Vernetzungsphase

Datenintegrationszentren

Die Etablierung von Datenintegrationszentren und deren föderierte Nutzung basiert auf MIRACOLIX: einem Ökosystem von modular gestalteten und wiederverwendbaren open source tools, die in den kommenden Jahren schrittweise konzipiert, entwickelt bzw. auf die MIRACUM-Anforderungen adaptiert und in die Infrastruktur der acht Datenintegrationszentren integriert werden.

Die Datenflüsse, ausgehend von den Routinesystemen der Krankenversorgung, werden unter strikter Berücksichtigung der TMF-Empfehlungen aus dem generischen Datenschutzkonzept sowie der jeweiligen Patienteneinwilligungen, etabliert, um – auf die unterschiedlichen Analyseverfahren und Datentypen zugeschnittene – Forschungsdaten-Repositories zu befüllen.

Die standortübergreifende Datennutzung und -analyse beruht auf dem Konzept der föderierten und dezentralen Datenhaltung und der Philosophie „Bring the analysis to the data“.

Use Cases

Alerting in Care – IT Support for Patient Recruitment: Klinische Studien scheitern häufig bereits an der zu geringen Rekrutierung passender Studienteilnehmer/innen. Um die Rekrutierungsprozesse durch IT-Verfahren und vorhandene Routinedaten zu unterstützen, werden wir an jedem unserer Universitätsklinika entsprechende Rekrutierungsplattformen in die KIS-Umgebungen integrieren und die Dokumentationsqualität und Vollständigkeit der für die Rekrutierung herangezogenen Datenelemente kontinuierlich mittels regelmäßiger Evaluationen und Feedbackschleifen verbessern.

From Data to Knowledge – Clinico-molecular predictive knowledge tool: Mit dem schrittweisen inhaltlichen Ausbau der Datenintegrationszentren wird eine Basis gelegt, um Patientenkohorten anhand von klinischen Parametern, Biomarkern und molekularen/genomischen Untersuchungen zu identifizieren und in Subgruppen zu stratifizieren, so dass auf diese jeweils zugeschnittene Prädiktionsmodelle entwickelt werden können. Mittels FHIR-basierter, in die jeweiligen KIS-Umgebungen eingebetteter Smart-Apps werden die Prädiktionsmodelle in den Klinikalltag zurück gespielt und Ärzte in ihren diagnostischen und therapeutischen Entscheidungen unterstützt. Der klinische Fokus wird hierbei zunächst auf Lungenerkrankungen und Patienten mit Hirntumoren gelegt.

From Knowledge to Action – Support for Molecular Tumor Boards: Die Präzisionsmedizin ist im Kontext der Versorgung von Tumorpatienten bereits sehr weit fortgeschritten. Für viele Tumore kann man heute sogenannte “Driver Mutationen” mittels tiefer genetischer Charakterisierung identifizieren und diese sehr gezielt therapieren. In Molekularen Tumorboards (MTB) laufen letztendlich alle klinischen Informationen und Bilder, sowie molekulare/genetische Untersuchungsergebnisse zur interdisziplinären Entscheidungsfindung zusammen. In diesem Kontext hat es sich MIRACUM zur Aufgabe gestellt, die komplexen Prozesse der Qualitätssicherung, Datenaufbereitung, Datenintegration und Informationsrecherche zwischen den genetischen Hochdurchsatzanalysen und der medizinischen Therapieentscheidung, mit innovativen IT-Lösungen zu optimieren und den Klinikern durch effiziente Datenvisualisierungen eine Entscheidungsunterstützung zu bieten.

Datennutzungskonzept

Vertreter/innen des MIRACUM Konsortiums haben sich in der Konzeptphase mit großem Einsatz in die Arbeiten der vom Nationalen Steuerungsgremium (NSG) der BMBF MI-I eingerichteten Arbeitsgruppen eingebracht. Unser Ziel ist es, in allen Formen der Datennutzung immer eng angelehnt an die, auf zentraler Ebene definierten, Empfehlungen und Interoperabilitätsvorgaben zu agieren. Auf dieser Basis wurden mittlerweile an allen acht MIRACUM Standorten Datennutzungs und -freigabe Committees eingerichtet und Datennutzungs-/-freigabe-Policies etabliert. Erste klinische Fragestellungen und Nutzungsanfragen (unter anderem auch eine konsortiumsübergreifende Auswertung gemeinsam mit HD4CR) wurden von diesen bereits geprüft und freigegeben, so dass die entsprechenden föderierten Analysen durchgeführt und, basierend auf deren Ergebnissen, schon erste Publikationen auf den Weg gebracht werden konnten.

Maßnahmen zur Stärkung der Medizininformatik

  • Einrichtung eines standortübergreifenden, berufsbegleitenden Masterprogramms „Biomedical Informatics and Medical Data Science“ als nicht-konsekutives Masterstudium in Teilzeit. Der Master qualifiziert für wissenschaftliche Forschung und Führungsaufgaben im Gesundheitssektor
  • Gemeinsames PhD Programm in „Biomedical Informatics and Medical Data Science“ für Mediziner, Biomedizinische Informatiker, Naturwissenschaftler und Wissenschaftler der Biomedizinischen Technik
  • Trainingsprogramme/Online-Übungen in Medical Data Science für Ärzte und medizinische Forscher als Zielgruppe
  • Summer Schools speziell für MIRACUM Mitarbeiter/innen, aber auch offen für Interessenten aus anderen Konsortien
  • Trainingsprogramm für MIRACUM Mitarbeiter mit regelmäßigen Webinaren, Online-Übungen und Hospitationen an den jeweils anderen MIRACUM Standorten
  • Jährliche Symposien
Konsortialführer
Leiter
Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch
Telefon
+49 913 1852 6721
Konsortialpartner
Leiter
Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch
Telefon
+49 913 1852 6721
Leiter
Prof. Dr. Hubert Serve
Telefon
+49 696 3014 634
Leiter
PD Dr. Martin Boeker
Telefon
+49 761 2036 700
Leiter
Prof. Dr. Till Acker
Telefon
+49 641 9941 181
Leiter
Prof. Dr. Keywan Sohrabi
Telefon
+49 641 3096 600
Leiter
Prof. Dr. Maria Blettner
Telefon
+49 613 1173 252
Leiter
Prof. Dr. Michael Neumaier
Telefon
+49 621 3832 222
Leiter
Prof. Dr. Paul Schmücker
Telefon
+49 621 2926 206
Leiter
Prof. Dr. Hermann-Josef Rothkötter
Telefon
+49 391 6715 754
Leiter
Prof. Dr. Harald Renz
Telefon
+49 642 1586 6234
Leiter
Dr. Philipp Daumke
Telefon
+49 761 7083 940
Konzeptphase

Im Rahmen der Konzeptphase des Förderprogramms Medizinische Informatik, hat das Konsortium ein Detailkonzept zur Etablierung von Datenintegrationszentren, standortübergreifender Datennutzung, zur Modul-Entwicklung zur Unterstützung der Use Cases, der Evaluation der Use Cases sowie zur Weiterentwicklung der Medizinischen Informatik in Forschung und Lehre erarbeitet.

Für die Nachhaltigkeit des Gesamtprojekts ist eine kontinuierliche Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses notwendig. Deshalb wurde ein Aus- und Weiterbildungskonzept Medizinische Informatik mit Schwerpunkt "Data Science in Medicine" erarbeitet. Ziel war die Erstellung eines umfassenden Projektplans unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausgangsituation der beteiligten acht Standorte sowie des internationalen Entwicklungsstandes.

Um zunächst einen Überblick zum internationalen State of the Art zu gewinnen, haben Mitglieder des Konsortiums eine Informationsreise in die USA durchgeführt und Standorte besucht, die im Kontext Data Integration/Sharing als exzellent ausgewiesenen sind. 

Die Arbeit erfolgte in drei Arbeitsgruppen: Datenintegrationszentren, Use Cases und Stärkung der Medizinischen Informatik. Am Ende der Konzeptphase erfolgte die endgültige Abstimmung in einem Workshop des Steering Boards.

Konsortialführer
Leiter
Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch
Telefon
+49 913 1852 6720
FKZ
01ZZ1606H
Betrag
128.668 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Konsortialpartner
Leiter
PD Dr. Martin Boeker
Telefon
+49 761 2036 700
FKZ
01ZZ1606A
Betrag
31.921 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Leiter
Prof. Dr. Frank Ückert
Telefon
+49 622 1425 101
FKZ
01ZZ1606B
Betrag
27.925 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Leiter
Prof. Harald Binder
Telefon
+49 613 1173 938
FKZ
01ZZ1606C
Betrag
31.886 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Leiter
Prof. Dr. Helmut Schäfer
Telefon
+49 642 1566 6200
FKZ
01ZZ1606D
Betrag
33.044 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Leiter
Prof. Dr. Hubert Serve
Telefon
+49 696 3015 194
FKZ
01ZZ1606E
Betrag
33.044 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Leiter
Prof. Dr. Michael Neumaier
Telefon
+49 621 3832 222
FKZ
01ZZ1606F
Betrag
31.886 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Leiter
Prof. Dr. Till Acker
Telefon
+40 641 9941 181
FKZ
01ZZ1606G
Betrag
33.044 EUR
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017