Konsortium SMITH: Smart Medical Information Technology for Healthcare
SMITH Logo

Die großen Datenmengen in den klinischen Informationssystemen haben ein enormes Potenzial für die Gesundheitsversorgung von morgen. Medizinische Forschung auf Basis der Wiederverwendung, Zusammenführung und Analyse medizinischer Daten ermöglicht zunehmend die Entwicklung neuer, verbesserter Behandlungsmethoden, Pharmazeutika und Technologien. Smart Medical Technology for Healthcare – kurz SMITH – setzt hier an und schafft durch innovative IT-Lösungen die Voraussetzungen, dass Forschung und Versorgung näher zusammenrücken. 

Hierfür bauen sieben der zehn am Konsortium beteiligten Universitätsklinika Datenintegrationszentren (DIZ) auf. Ziel der generischen Infrastruktur ist es, Daten aus der Routineversorgung für die medizinische Forschung nutzbar zu machen. Dies geschieht in enger Kooperation mit den Universitäten Aachen, Jena und Leipzig, zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen und vier Industriepartnern.

Durch die Bündelung von medizininformatischen, klinischen, systemmedizinischen, computerlinguistischen und epidemiologischen Kompetenzen ermöglicht diese Architektur eine interoperable Nutzung von Daten aus der Krankenversorgung und der patientenorientierten Forschung über Standortgrenzen hinweg. Das Konsortium belegt die Funktionalität und den Mehrwert der intelligenten und verantwortungsvollen Datennutzung durch einen methodischen Anwendungsfall und zwei klinische Anwendungsfälle in den Bereichen der Intensiv- und Infektionsmedizin. Über die SMITH-Serviceplattform ist die Nutzung der Ergebnisse durch weitere Vernetzungspartner möglich. Diagnose, Prävention und Therapie von Patientinnen und Patienten können so entscheidend und langfristig verbessert werden.

SMITH ist eines von vier durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Konsortien der Medizininformatik-Initiative (MII) und wird in der Aufbau- und Vernetzungsphase von 2018 bis 2021 durch das BMBF gefördert.

SMITH kurz & knapp:

  • 1 methodischer Anwendungsfall zur Unterstützung klinischer Auswertungsprojekte
  • 2 klinische Anwendungsfälle zur zielgerichteten Versorgung in Intensiv- und Infektionsmedizin
  • 19 Partner aus Wissenschaft und Industrie
  • Davon: 10 deutsche Universitätsklinika
  • Über 200 Projektmitarbeiter
  • Ca. 45 Mio. EUR Gesamtfördervolumen (2018 – 2021)

Faktenblatt zum Konsortium und seinen Use Cases herunterladen [PDF]

Aufbau- und Vernetzungsphase

Datenintegrationszentren

An sieben der zehn beteiligten Universitätsklinika werden miteinander kooperierende generische Datenintegrationszentren (DIZ) aufgebaut. Die Zentren ermöglichen eine institutionen- und standortübergreifende Nutzung elektronischer Gesundheitsdaten aus der Krankenversorgung und der patientenorientierten Forschung. Sie haben u. a. die Aufgabe als Daten-Broker und unabhängige Treuhandstelle die Herausgabe von Daten vorzubereiten und zu organisieren. Dazu werden die DIZ integrative Datenbanken mit Metadatenverzeichnissen führen.

Die Einrichtung der sieben Datenintegrationszentren erfolgt in identischer Funktionalität. Alle Zentren sind in die Universitätsklinika mit Zugang zu den örtlichen elektronischen medizinischen Patientendaten eingebettet. Damit können Datenanalysen direkt mit der gesetzlichen Patientenversorgung verbunden werden.

Den Mehrwert dieser Datennutzung weist das Konsortium an einem methodischen und zwei klinischen Anwendungsfällen nach.

Use Cases

Methodischer Anwendungsfall:

PheP - Phänotypisierungspipeline zur Unterstützung klinischer Auswertungsprojekte

SMITH entwickelt in dem methodischen Anwendungsfall Phänotypisierungspipeline, kurz PheP, innovative datenanalytische Methoden, die aus elektronischen Patientenakten automatisiert medizinische Informationen gewinnen. Auswertungsvorhaben und Berechnungen auf den vorhandenen Daten führen dabei zu immer neuen patientenbezogenen Informationen und zu einer differenzierten Charakterisierung menschlicher Merkmale, sog. Phänotypen. Klinische Forschung und Patientenversorgung können durch den reichen Datenbestand langfristig optimiert werden.

Mehr Informationen

An zwei klinischen Anwendungsfällen belegt SMITH die Vorgehensweise.

Klinische Anwendungsfälle:

ASIC - Algorithmische Überwachung in der Intensivversorgung

Das Konsortium fördert mit dem Anwendungsfall ASIC die Verbesserung der Patientenversorgung durch die Nutzung bereits vorhandener klinischer Routinedaten. Gezeigt wird dies am Beispiel der Therapie von Patientinnen und Patienten mit akutem Lungenversagen (ARDS), einer Erkrankung an der heute noch etwa 40 Prozent aller betroffenen Patienten versterben. Die hierfür entwickelte ASIC-App fungiert als Frühwarnsystem, indem sie Ärzte auf ein potentielles ARDS hinweist, noch bevor der Zustand des Patienten kritisch zu werden droht.

Mehr Informationen

HELP - Zielgerichtete Antibiotikatherapie in der Infektionsmedizin

Der Anwendungsfall HELP thematisiert den leitliniengerechten und empfohlenen Einsatz von Antibiotika zur frühzeitigen zielgerichteten Bekämpfung bestimmter bakterieller Infektionen. Im Fokus steht die Unterstützung der Infektiologie auf Normal- und Intensivstationen mittels der hierfür entwickelten HELP-App. Diese liefert medizinischem Personal schnelle Informationen und Handlungsempfehlungen für eine verantwortungsvolle Antibiotikatherapie bei Staphylokokken-Blutstrominfektionen.

Mehr Informationen

Datennutzungskonzept

Die Datennutzung erfolgt lokal über die Datenintegrationszentren, die den Zugang zu den Krankenhausinformationssystemen (KIS) und damit zur Nutzung der Patientendaten haben. Die Patientendaten werden im Krankenhaus individuell analysiert und kommentiert. Zu diesen Daten haben ausschließlich autorisierte Mitarbeiter der Datenintegrationszentren über das lokal operative KIS-System Zugang. Die Erforschung der Patientendaten ist nur möglich, wenn die Zustimmung des Patienten vorliegt. Die Datenintegrationszentren richten in dieser Hinsicht eine unabhängige Treuhandstelle ein.

Maßnahmen zur Stärkung der Medizininformatik

  • Konzeption von aufeinander abgestimmten, gemeinsamen Aus-, Fort- und Weiterbildungsmodulen
  • Angebote für Curricula im Bereich „Master of Science“ (M. Sc.) Medizininformatik und im postgradualen Bereich
  • Einrichtung einer Professur für Medizinische Informatik an der Universität RWTH Aachen
  • Einrichtung einer Professur für Medizinische Informatik am Universitätsklinikum Jena
  • Einrichtung einer Professur für Medical Data Science an der Universität Leipzig
  • weitere Professuren werden an den Standorten Bonn, Essen, Halle und Hamburg eingerichtet
  • Aufbau von Nachwuchsforschergruppen in Zusammenhang mit der Einrichtung von Professuren
Konsortialführer
Leiter
Prof. Dr. Markus Löffler
Telefon
+49 341 9716 100
Laufzeit
2018 - 2021
Konsortialpartner
Leiter
Dr. Thomas Wendt
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Prof. Dr. Gernot Marx
Telefon
+49 241 8080 444
Leiter
Dr. Andre Stollenwerk
Telefon
+49 241 8021 166
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Prof. Dr. André Scherag
Telefon
+49 364 1939 6692
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Prof. Dr. Udo Hahn
Telefon
+49 364 1944 320
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Prof. Dr. Dr. Uwe Koch-Gromus
Laufzeit
2018 – 2021
Leiter
Dr. Anke Diehl
Laufzeit
2018 – 2021
Leiter
Prof. Dr. Matthias Schmid
Laufzeit
2018 – 2021
Leiter
Dr. Philipp Daumke
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Dr. Sven Meister
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Prof. Dr. Ing. Morris Riedel
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Dr. Jörg Lippert
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Dr. Daniel Diekmann
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Andreas Kumbroch
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Prof. Dr. Thomas Moesta
Telefon
+49 345 557 4480
Laufzeit
2018 - 2021
Vernetzungspartner
Leiter
Thomas Dehne
Laufzeit
2018 - 2021
Leiter
Dr. Sarah Möllendorf
Telefon
+49 211 81-08128
Laufzeit
2019-2021
Leiter
Hans-Peter Jochum
Telefon
0234 / 299-4001
Laufzeit
2020-2021
Konzeptphase

Ziel des SMITH-Konsortiums ist es, eine innovative Struktur zur einrichtungsübergreifenden Vernetzung und zum Austausch von Forschungs- und Versorgungsdaten zwischen den geförderten Standorten und über das Konsortium hinaus zu entwickeln.

Der Projektantrag sieht vor, dass an den Standorten miteinander kooperierende generische Datenintegrationszentren (DIZ) aufgebaut werden. Die DIZ gewährleisten hierbei die Übernahme von Daten aus Primärsystemen sowie die Zusammenführung und Aufbereitung von Daten. Eine weitere Aufgabe besteht in der Wahrung von Datenschutz und in der Sicherung der Datenqualität.

Zur praktischen Demonstration des Datenaustausches wurden methodische und klinische Anwendungsfälle konzeptionell entwickelt, die die Effektivität der Datenintegrationszentren nachweisen sollen. So wurde ein Konzept für eine methodische Phänotypisierungsplattform ausgearbeitet, deren Aufgabe darin besteht, aus patientenbezogenen Informationen einen neuen Datensatz für spezifische menschliche Merkmale, sog. Phänotypen aufzubauen. Dieser reiche Datenbestand ermöglicht die Unterstützung klinischer Auswertungsprojekte und langfristig eine patientenzentrierte Versorgung. Darüber hinaus erfolgte die Konzeptentwicklung für klinische Anwendungsfälle in den Bereichen der Intensiv- und Infektionsmedizin.

An den Standorten wurde außerdem ein gemeinsames Aus-, Fort- und Weiterbildungsmodul konzipiert, das ähnliche und modulare Curricula im Bereich „Master of Science“ Medizininformatik und im postgradualen Bereich anbietet.

Der Projektantrag wurde im Juli 2017 durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt. Seit 2018 befindet sich das SMITH-Konsortium in der Aufbau- und Vernetzungsphase.

Konsortialführer
Leiter
Prof. Dr. Markus Löffler
Telefon
+49 341 9716 100
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Konsortialpartner
Leiter
Prof. Dr. Gernot Marx
Telefon
+49 024 1808 0444
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017
Leiter
Prof. Dr. André Scherag
Telefon
+49 364 1939 6692
Laufzeit
01.08.2016 - 30.04.2017