Kerndatensatz mit FHIR standardisiert – Projectathon an historischer Stätte schlägt Brücke in die Zukunft

Berlin, 26.11.2019. Die deutschen Universitätskliniken arbeiten gemeinsam mit zahlreichen Partnern in der Medizininformatik-Initiative (MII) daran, eine bundesweite Infrastruktur aufzubauen, um Daten aus der Routineversorgung für die medizinische Forschung nutzbar zu machen. Dazu werden an den universitätsmedizinischen Standorten sogenannte Datenintegrationszentren (DIZ) errichtet. Diese schaffen die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen datenschutzgerechten, standort- und institutionsübergreifenden Datenaustausch zwischen Krankenversorgung und medizinischer Forschung. Am 25. November haben sich über 50 Vertreterinnen und Vertreter von 25 DIZ-Standorten bei einem sogenannten Projectathon in der Hörsaalruine der Charité in Berlin zusammengefunden, um Testdaten der DIZ erstmalig standardisiert auszuwerten.

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Mitarbeiter der Datenintegrationszentren der Medizininformatik-Initiative arbeiten an digitaler Infrastruktur der Zukunft vor historischer Kulisse. © TMF e.V.

Die Initiative hat sich bereits im Juli darauf verständigt, den internationalen HL7-Standard FHIR für die Umsetzung des Kerndatensatzes der MII zu verwenden. Beim Projectathon wurden die Testdaten nun einheitlich auf Basis von FHIR-Profilen beschrieben. „Alle Mitarbeiter der Datenintegrationszentren haben heute zusammengearbeitet, um Testdaten ihrer Häuser in das interoperable Format FHIR zu überführen, und haben so ein gemeinsames Verständnis der Profile nachgewiesen. Das ist ein wichtiger Schritt hin zur einheitlichen Datenbereitstellung für die medizinische Forschung“, sagte Dr. Danny Ammon, Leiter des DIZ am Universitätsklinikum Jena.

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Dr. Danny Ammon, Leiter des Datenintegrationszentrums am Universitätsklinikum Jena, fasst die Ergebnisse des Projectathons zusammen. © TMF e.V.

 

Zunächst wurden die Module „Medikation“, „Laborbefunde“ und „Person“ des Kerndatensatzes der MII als FHIR-Profil abgebildet. Das einheitliche Format vereinfacht den Datenaustausch und stellt die Anschlussfähigkeit an die internationale Community sowohl im wissenschaftlichen als auch kommerziellen Bereich sicher. Anhand dieser mit FHIR spezifizierten Daten wurden im Anschluss erste deskriptive Analysen wie Alters- und Geschlechterverteilung im Kerndatensatzmodul „Person“ durchgeführt. In einem zweiten Projectathon sollen weitere wesentlich komplexere Auswertungen folgen. 

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Vertreter von 25 DIZ-Standorten haben sich beim Projectathon in der Hörsaalruine der Charité in Berlin zusammengefunden, um Testdaten der DIZ erstmalig standardisiert auszuwerten. © TMF e.V.

 

Insgesamt werden in der aktuellen Förderphase der MII bundesweit 29 Datenintegrationszentren aufgebaut. Die Arbeiten im DIZ sollen es ermöglichen, medizinische Informationen in einer Form zu erfassen, speichern und auszutauschen, in der sie für Versorgung und Forschung optimal genutzt werden können. Zu den Aufgaben der DIZ zählen die Datenextraktion aus den Primärsystemen, Datenannotation und -aufbereitung sowie Data Stewardship und Datenbereitstellung zur Nutzung für die medizinische Forschung.

 

 

Ansprechpartner Medien:

Sophie Haderer, Tel.: 030 − 22 00 24 730, E-Mail: presse@medizininformatik-initiative.de

Hintergrund

Ziel der Medizininformatik-Initiative (MII) ist die Verbesserung von Forschungsmöglichkeiten und Patientenversorgung durch innovative IT-Lösungen. Diese sollen den Austausch und die Nutzung von Daten aus Krankenversorgung, klinischer und biomedizinischer Forschung über die Grenzen von Institutionen und Standorten hinweg ermöglichen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die MII bis 2021 mit rund 160 Millionen Euro. In den vier Konsortien DIFUTURE, HiGHmed, MIRACUM und SMITH arbeiten alle Einrichtungen der Universitätsmedizin in Deutschland an über 30 Standorten gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Krankenkassen und Patientenvertretern daran, die Rahmenbedingungen zu entwickeln, damit Erkenntnisse aus der Forschung direkt den Patienten erreichen können. Datenschutz und Datensicherheit haben dabei höchste Priorität.

Für die nationale Abstimmung der Entwicklungen innerhalb der MII ist eine Koordinationsstelle zuständig, die die Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF) gemeinsam mit dem Medizinischen Fakultätentag (MFT) und dem Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V. (VUD) in Berlin betreibt.